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Die grosse Brennnessel (Urtica dioica)

Aktualisiert: 26. Okt. 2023

Aus der Familie der Nesselgewächse

Die Brennnessel wird auch Donnernessel, Haarwurz oder Hanfnessel genannt. Aus ihren Fasern wurden bis zu Beginn des 18.Jhd. strapazierfähige Nesselstoffe, Netze oder Seile hergestellt. Leider ist die Brennnessel eine zwar jedem bekannte, aber weit unterschätzte und auch eher unbeliebte Pflanze. Dies rührt wohl von ihren langen Brennhaaren her, deren schmerzhafte Bekanntschaft wohl die Meisten schon einmal gemacht haben.


Es ist das darin enthaltene Histamin, die Ameisensäure und weitere reizenden Stoffe, die für diese starke Abwehrkraft der Brennnessel verantwortlich sind.


Die Brennessel hat einen vierkantigen Stängel und eiförmig-längliche Blätter, deren Rand gesägt ist - sie stehen kreuzgegenständig an den Stängeln. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen (zweihäusig). Beide blühen von Juni bis in den Oktober. Die männlichen, weißen Blüten stehen in seitlich abstehenden Rispen und die weiblichen hängen spätestens mit der Entwicklung zahlreicher, kleine, grüner Samen dicht bepackt herab. Da die Brennnessel fast überall zu finden ist und nahezu das ganze Jahr über unseren wilden Speiseplan bereichert, gehört auch sie zweifelsohne zum "wilden Triumvirat.


Sie wächst zahlreich überall in Mitteleuropa und kommt besonders entlang von Feld- und Waldwegen, an Waldrändern, in Auwäldern, bei Hecken, an Zäunen oft in Massenbeständen vor. Sie hält sich auch gerne in der Nähe der Wohnstatt des Menschen auf.

Sie ist ein typischer Stickstoffanzeiger und wächst gerne auf nährstoffreichen Böden. Dabei bevorzugt sie halbschattige Standorte.,


VORSICHT: Sie fühlt sich auch auf stark künstlich gedüngten Böden wohl!


Die für Mensch, Tier und Boden wertvolle Pflanze ist auch als Schmetterlingsbiotop bekannt. Zum Beispiel die Raupen vom „Kleinen Fuchs“, dem „Admiral“, dem „Landkärtchenfalter“ und dem „Tagpfauenauge“ fressen mit Vorliebe Brennnesseln.





Die leider oft unterschätzte Brennnessel ist Gemüsepflanze, Faserpflanze, Düngerlieferant, Insektenbiotop und wirkmächtige Arzneipflanze in einem.

Von ihren Inhaltsstoffen her ist die Brennnessel ein wahres Kraftpaket. Vor allem Kalzium, Eisen, Magnesium, Provitamin A sowie hochwertiges Eiweiß sind da zu erwähnen. Vergleicht man sie mit Kulturgemüse trumpft die Brennnessel bei fast allen Nährstoffen mit dem höchsten Gehalt auf. Teilweise weist sie bis zu fünf Mal so viele Vitalstoffe wie Kopfsalat & Co auf.


Außerdem ist die Brennnessel die chlorophyllhaltigste einheimische Pflanze überhaupt! Interessanterweise ist das Chlorophyllmolekül fast eins zu eins mit dem Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, identisch. Nur besteht das Zentralmolekül aus Magnesium statt aus Eisen. Auch diese "Grüne Lebensenergie" (Viriditas), wie die Heilerin Hildegard von Bingen es nannte, dürfen wir gerne wieder entdecken und in unsere Ernährung integrieren.



"Es gibt eine Kraft, seit Ewigkeiten, und diese Kraft und ihr Potenzial sind grün. Die Erde trägt dieses grüne Kleid. Aus lichtem Grün sind Himmel und Erde geschaffen und alle Schönheit dieser Welt."


Hildegard von Bingen




Die Brennnessel wird unter anderem naturheilkundlich eingesetzt wegen ihrer blutreinigenden, blutbildenden (Eisen), harntreibenden und entzündungshemmenden Eigenschaften.

Durch ihre stoffwechselanregenden Eigenschaften ksie auch bei rheumatischen Beschwerden zum Einsatz. In früheren Zeiten wurde bei diesen die sogenannte „Urtifikation“ verordnet. Dabei bearbeitete man schmerzende, rheumatische Gelenke mit Brennnesselruten. Es ist lohnend, sich tiefergehend mit der Heilwirkung dieser für uns so bereitwillig zur Verfügung stehenden Pflanze zu beschäftigen.



Kulinarisch hat unsere Brennnessel ebenfalls einiges zu bieten:

Ihre Blätter schmecken würzig und können spinatähnlich zubereitet werden:


Brennnessel - Gemüse:

Die gewaschenen Blätter und Triebspitzen kurz überbrühen und kleinschneiden. Zwiebelwürfel andünsten, das Gemüse dazugeben und zusammenfallen lassen.

Mit etwas Gemüsebrühe ablöschen.

Bei geringer Hitze ca.15 min. köcheln lassen. Eventuell Flüssigkeit nachgießen.

Mit Salz, Pfeffer, Muskat und Knoblauch oder Bärlauch würzen.

Eine Prise Rohrohrzucker und etwas Hafer- oder Soja-“Sahne“ runden das ganze ab.

Dazu passen Reis, Hirse oder auch Nudeln hervorragend.



Außerdem:

Kartoffel-Brennnesselsuppe, Brennnessel-Quiche, Brennnessel-Chips, getrocknet als Tee

Auch für gesunde Smoothies eignen sich die Blätter und Triebspitzen der Brennnessel.

Die Samen getrocknet als stärkende Zutat in Salaten und im Müsli oder Joghurt. Auch ein leckerer Brotaufstrich lässt sich mit den Samen herstellen.


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